Tronix Explorer und Autofotografie

Bereich: Automotive,Technik | Montag, 20. Mai 2013 | 1:24

In den letzten Tagen haben mich gleich mehrere Leute mit der Frage angeschrieben wie gut sich der Innovatronix Explorer für Autofotografie eignet und ob ich nicht mal eine Einschätzung machen könnte. Möglicherweise interessiert das den Einen oder Anderen da draußen ebenfalls und deswegen gebe ich mal meine bescheidene Meinung zur Nutzung des Explorers 1200 bzw. des XT für eben jenen Bereich ab. Leichteres Gerät, wie den Jinbei DC1200/600, FL 500 oder den Quadra besitze ich leider nicht, daher konzentriere ich mich mal auf den Explorer, versuche aber dennoch ein wenig zu vergleichen.


Allgemeines

Der Explorer ist eine mobile, tragbare Stromversorgung, durch die man seine Studioblitze oder auch ausgewählte Dauerlichtlösungen, unabhängig vom häuslichen Stromnetz betreiben kann. Mittlerweile ist schon die nächste Generation der Tronix Explorer erschienen, die meinen technisch überlegen sind, sich jedoch weder in Nutzung noch im Packmaß groß unterscheiden dürften (Ausnahme: der Mini). Technische Daten und Berichte zu allgemeinen Angaben der Geräte gibt es im Internet nun wirklich zuhauf, also lasse ich das weg. Ich habe den Explorer schon mehrere Male zur Ausleuchtung von Autos eingesetzt, würde es aber gern noch viel öfter machen. Sinnvoll lassen sich sowohl Blitze, als auch einfaches Dauerlicht, wie z.B. Neonröhren oder Sparlampen einsetzen. Gar nicht geeignet sind Geräte mit einer hohen Dauerleistung. Diese zwingen egal welchen Explorer sehr schnell in die Knie. Ich nutze den Tronix Explorer 1200 sehr gerne mit der Tasche und Studioblitz. Es ist schon witzig, man hängt sich den Tronix um die Schulter, nimmt einen Blitz mit 800Ws in die Hand und kann die Gegend wortwörtlich verstrahlen ;), oder mit einem Rollstativ.


Im Einsatz

Vorteile Tronix Explorer

  • Universeller Einsatz von Licht
  • Ein Explorer ist prinzipiell einfach eine Batterie mit Steckdosen. Genau das macht ihn so universell. Ich kann Blitze anschließen, mein Notebook aufladen, Sparlampen oder Neonröhren verwenden. Sowas kann ich mit einem portablem Blitz, wie z.B. dem DC1200 von Jinbei nicht. Hier habe ich einfach nur einen Blitz und evtl. ein relativ schwaches Einstelllicht. Am Tronix funktionierte eine Neonröhre mit 21W ca. 17 Minuten vor einigen Tagen. Nun habe ich die Akkus bei beiden abermals gewechselt und beim erneuten Versuch, habe ich die Neonröhre nach >1 Stunde ausgeschaltet, ohne dass die Akkus leer waren oder die Ladeanzeige von grün auf gelb umgesprungen ist. Das ist ein enormer Vorteil, ich meine man hat dann einfach >1 Stunde Licht, genug um jedes Auto vernünftig auszuleuchten.


  • Erweiterbar durch Zusatzakku
  • Mehrere Modelle des Explorers können durch einen Zusatzanschluss mit weiteren Batterien verstärkt werden, damit hat man noch mehr Ausdauer. Ist für mich in der Praxis aber nicht so relevant.


  • Wartung
  • Ich finde die einfache Wartung der Tronix Explorer sehr gut. Man kann praktisch jedes Teil demontieren und ersetzen. Sollte den Geräten mal der Saft ausgehen und die Batterien schlapp machen, kann man diese relativ einfach selbst wechseln. Das stelle ich mir bei einem portablen Blitz schwieriger vor, besonders wenn der Support vom Hersteller irgendwann mal eingestellt wird. (Der Quadra ist hier mal ausgenommen :D)


    Nachteile Tronix Explorer

  • Kompatibilität
  • Leider nimmt der Tronix Explorer nicht alle Blitzgeräte an. Es soll wohl mit digitalen Blitzgeräten Probleme geben. Der Hersteller stellt eine Liste bereit, die zeigt mit welchen Geräten Probleme auftreten. Das ist schon mal sehr gut. Viele Hersteller tauchen in dieser Liste aber gar nicht erst auf. Aus persönlicher Erfahrung kann ich aber sagen, dass ich bisher kein Blitzgerät hatte, das nicht mit dem Tronix funktionieren wollte.


  • Gewicht
  • Das Gewicht des Tronix macht sich schnell bemerkbar, wenn man ihn eine Weile durch die Gegend schleift (7-9 Kilo). Da ist jeder portable Blitz im Vorteil, weil er einfacher zu handhaben ist. Hier finde ich den Explorer Mini gut positioniert, leicht und doch mit brauchbaren Leistungsdaten. Die beste Lösung aber, wenn man wenig Gewicht haben will, ist ein portabler Blitz wie z.B. der Ranger Quadra.


  • Steckdosenanschluss
  • Die Anschlüsse der alten Explorer sind manchmal doch etwas nervig. Schnell rutscht ein Stecker mal heraus und das Licht ist aus. Mit den neueren Modellen gibt es aber endlich Schukostecker.


  • Bereitschaftslampen
  • Grün, gelb, rot leuchten sie und nerven unheimlich, wenn man nachts fotografiert. Jedes mal wenn ich meinen Explorer um die Schulter hänge und mit dem Blitz um ein Auto herumlaufe, um die richten Stellen auszuleuchten, sieht es so aus als hätte Darth Vader mit seinem Schwert das Auto in mehrere Stücke gesäbelt. Einfaches Mittel dagegen, ein dunkles Stück Klebeband, Panzertape etc. Damit überklebe ich die Leuchten am Tronix und Blitz, um sie nicht im Bild zu sehen.


  • Preis
  • Für besonders günstig halte ich den Tronix Explorer in der aktuellen Ausführung nicht. Ein Startpreis von 400€ nur für den Strom, ist vergleichsweise etwas hoch. Wenn man überlegt, mit dem Jinbei FL500 II bekommt man einen Blitz, samt Batterie für nur wenige Kröten mehr. Zwar nicht so universell, aber super portabel.


    Fazit

    Das Fazit ist ganz einfach, wenn man sich die Vor- und Nachteile mal anschaut. Ich würde jedem, der bereits Studioblitze hat, dem Gewicht relativ egal ist und der auf universelle Lösungen steht den Tronix Explorer empfehlen. Der universelle Einsatz ist der Grund für mich den Explorer zu nutzen. Neu ist der Explorer eher etwas teuer, aber man sieht sie hin und wieder gebraucht für um die 200€.
    Manchmal wünsche ich mir dann aber doch etwas weniger Gewicht und lasse den Explorer dann eher zu Hause. Dann nutze ich die Aufsteckblitzgeräte oder mein Stabblitzgerät. So richtig glücklich ist man da aber erst mit einem portablen Blitz, wie z.B. dem Jinbei FL500 II. Hier könnte ich aber nie eine Neonröhre anschließen, daher ist das eine Zwickmühle. Man sollte halt einfach abwägen und selbst entscheiden auf welche Kriterien man Wert legt.


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